Herbert Köfer

Im schlesischen Brieg erhielt Herbert Köfer sein erstes Engagement als Theaterschauspieler. Nach weiteren Tätigkeiten an verschiedenen Theatern baute er im Jahr 1952 als erster Sprecher der »Aktuellen Kamera« den »Deutschen Fernsehfunk« mit auf. Wenig später moderierte er sich in der Unterhaltungssendung »Da lacht der Bär« in die Herzen seiner Zuschauer. Für diese Arbeit beim Publikum geliebt, schockte er mit der Rolle des Hauptsturmführer Kluttig in »Nackt unter Wölfen« eine ganze Nation. Mit dieser ernsten Rolle überwältigte er die Kinobesucher, die ihren Herbert Köfer doch vorzugsweise als Gesicht der heiteren Muse sehen wollten. So folgte eine Vielzahl von Filmen, Serien und Unterhaltungssendungen, bei denen der beliebte Schauspieler die Sympathie der Zuschauer stets für sich gewann. Er spielte sich mit jeder Rolle schließlich zum Fernsehliebling. An der Seite von Helga Göring in »Rentner haben niemals Zeit« oder »Geschichten übern Gartenzaun« erreichte er Kult- Status. Auch in den erfolgreichen Fernsehschwänken rund um den Ur-Berliner »Maxe Baumann« trat er neben Gerd E. Schäfer und Helga Hahnemann in der komischen Figur des Hugo Krüger vor die Kamera. Als Hans Neumann erlebten ihn die Zuhörer auch im Rundfunk. In der Hörspielserie »Neumann, zweimal klingeln« sprach er den Vater Neumann in 678 Folgen über 14 Jahre lang. Diese Serie wurde später auch für das »Fernsehen der DDR« bearbeitet, in der Herbert Köfer wieder die Rolle des Hans Neumann verkörperte.

Auch als Moderator trat er immer wieder in Erscheinung. So moderierte er beispielsweise von 1982 bis 1990 »Das blaue Fenster«.

Im wiedervereinten Deutschland fand er schnell Anschluss. In »Elbflorenz« oder mehreren Folgen der Fernsehserie »In aller Freundschaft« spielte er noch im hohen Alter vor einem gesamtdeutschen Publikum. Aber damit beendete Herbert Köfer noch lange nicht seine Schauspielkarriere. Mit seiner im Jahr 2003 gegründeten Theatergruppe »Köfers Komödiantenbühne« ging er mehrere Jahre lang auf Tournee. Im Jahr 2011 feierte er mit einer Theaterinszenierung zur Fernsehserie »Rentner haben niemals Zeit« in der »Comödie Dresden« Premiere. Ein Jahr später erfolgte mit »Paul auf hoher See« eine Fortsetzung. 2015 stand er in »Opa ist die beste Oma« abermals in der »Comödie Dresden« auf der Bühne. Herbert Köfer spielte in diesem Theaterstück einen Großvater, der in Verkleidung einer älteren Dame Georgina als Kindermädchen seiner Enkelin erscheint. Eine durchaus beeindruckende Aufführung, bedenke man vor allem die Tatsache, dass Herbert Köfer während der kompletten Spielzeit auf der Bühne agierte und die meiste Zeit mit erhöhter Stimmlage seine Rolle als Frau untermauerte. Es sollte – nach eigenen Aussagen – seine letzte große Theaterrolle sein, aber damit schien das Ende seiner Schauspielerlaufbahn noch lange nicht in Sichtweite zu stehen. Kein Jahr verging seitdem, ohne dass er seine Fans mit einem Highlight seines Schaffens überraschte. Im Jahr 2020 kam seine dritte Autobiographie unter dem Titel »99 und kein bisschen leise« auf den Markt, darüber hinaus erhielt er zum zweiten Mal die »Goldene Henne« für sein Lebenswerk. Und auch mit 100 Jahren stand der »älteste, prominente, noch aktive Trabrennfahrer« laut dem Guinness-Buch der Rekorde sowie der seit 2017 »älteste, aktive Schauspieler der Welt« laut dem deutschen Rekordinstitut noch immer auf der Bühne. Am 24. Juli 2021 verstarb er in einem Berliner Krankenhaus. In der Spargelstadt Beelitz, mit der er eng verbunden war, wurde Herbert Köfer auf dem Waldfriedhof beigesetzt.

 

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